{"id":13,"date":"2021-07-16T07:27:14","date_gmt":"2021-07-16T07:27:14","guid":{"rendered":"http:\/\/safranerei.ch.bezier.ch-meta.net\/blog\/?p=13"},"modified":"2022-02-04T10:16:51","modified_gmt":"2022-02-04T09:16:51","slug":"gewuerz-mit-viertausend-jaehriger-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/safranerei.ch\/blog\/gewuerz-mit-viertausend-jaehriger-geschichte\/","title":{"rendered":"Gew\u00fcrz mit viertausend j\u00e4hriger Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>Krokusse gibt es viele. Doch nur einer z\u00e4hlt zur Kategorie Extraklasse: Der Safrankrokus mit seinen drei roten Narben im violetten Bl\u00fctenkelch. Dabei ist die Pflanze mit lateinischem Namen <em>Crocus sativus<\/em> vor etwa viertausend Jahren rein zuf\u00e4llig in der N\u00e4he von Athen entstanden. Sie bildete sich aus der genetischen Verschmelzung zweier Individuen des Crocus cartwrightianus. Im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Pflanzen ist sie ein triploider Mutant und kann sich nicht \u00fcber die Best\u00e4ubung, sondern nur \u00fcber die Knollteilung vermehren. Somit ist es beim Safran nicht m\u00f6glich, die Eigenschaften der Pflanze durch das Kreuzen verschiedener Knollen zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Man geht heute davon aus, dass der Safran vermutlich im Zeitraum von 2000 bis 1700 v. Chr. entstanden ist und von den Minoern kultiviert worden ist. Diese bildeten die erste Hochkultur Europas, bauten das rote Gold in gro\u00dfen Mengen an, handelten damit und setzten es zum F\u00e4rben und als Medizin ein. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Kulturen stellten sie die Safranblume auf T\u00f6pfen, Sch\u00fcsseln, Steintafeln, Siegeln, Schmuck und Fresken immer mit langen, aus der Bl\u00fcte ragenden Narben dar, der Wildkrokus hatte jedoch kurze Narben. Diese Besonderheit gilt als Indiz, dass die Minoer erstmals <em>Crocus sativus<\/em> kultivierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Handelst\u00e4tigkeit der Minoer gelangten die Safranknollen in den gesamten Mittelmeerraum und bis in den Vorderen Orient. Wann genau der Safran nach Persien kam, l\u00e4sst sich nicht abschlie\u00dfend sagen. Geschichtlich belegt existierten die ersten gro\u00dfen Anbaufl\u00e4chen um das Jahr 1000 v. Chr.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Alexander der Gro\u00dfe vom Fr\u00fchjahr 334 bis M\u00e4rz 324 v. Chr. das Altpersische Reich eroberte und bis nach Indien zog, breitete sich der Safran vermutlich in die Kaschmirregion aus und gelangte \u00fcber die Seidenstrasse nach China. Erste Erw\u00e4hnungen \u00fcber die Safrankultivierung im Land der aufgehenden Sonne finden sich um 200 v. Chr.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Ende des Westr\u00f6mischen Reichs um 480 n. Chr. verschwand der Safran an vielen Orten in Europa. Die Mauren und Araber, die von 711 bis 719 die Iberische Halbinsel und Teile von Italien und Frankreich eroberten, brachten ihn zur\u00fcck. Durch die Kreuzz\u00fcge im Mittelalter kamen viele S\u00f6ldner mit exotische Gew\u00fcrzen in Kontakt. Safran wurde fortan fast \u00fcberall und zum Teil in sehr grossen Mengen angebaut. Bedeutende Kulturen befanden sich im franz\u00f6sischen G\u00e2tinais, in der Wachau in \u00d6sterreich und in der Provinz L\u2019Aquila in Italien.<\/p>\n\n\n\n<p>In Europa ging der Safrananbau mit der Industrialisierung ab dem 18. Jahrhundert stark zur\u00fcck. Gerste, Mais, Kartoffeln und Weizen brachten den Landwirten h\u00f6here Ertr\u00e4ge. Au\u00dferdem erschwerte das immer k\u00fchler werdende Klima die Kultivierung von <em>Crocus sativus<\/em>. Hinzu kam, dass die g\u00fcnstigen Importe aus dem Iran zu einer starken Konkurrenz f\u00fcr den einheimischen Safran wurden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"520\" height=\"346\" src=\"http:\/\/safranerei.ch.bezier.ch-meta.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Krokus_Blog_Geschichte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16\" srcset=\"https:\/\/safranerei.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Krokus_Blog_Geschichte.jpg 520w, https:\/\/safranerei.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Krokus_Blog_Geschichte-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><figcaption>Bl\u00fchende Safrankrokusse mit den langen, roten Narben, die aus dem Bl\u00fctenkelch ragen.<br>.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/safranerei.ch.bezier.ch-meta.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Safranpflueckerin_Blog_Geschichte-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-18\" width=\"-118\" height=\"-142\" srcset=\"https:\/\/safranerei.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Safranpflueckerin_Blog_Geschichte-1.png 520w, https:\/\/safranerei.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Safranpflueckerin_Blog_Geschichte-1-248x300.png 248w\" sizes=\"(max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><figcaption>Diese Wandfreske in Thera (Akrotiri) auf der griechischen Insel Santorini zeigt eine Safranpf\u00fcckerin.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krokusse gibt es viele. 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